„Sterben, Totsein, Himmel…?“

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„Sterben, Totsein, Himmel…?“

„Sterben, Totsein, Himmel…?“

Wie Kinder den Tod begreifen und welche Möglichkeiten Erwachsene dabei haben, darüber referierte Kinderseelsorger Pfr. Anton Schatz im bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrheim in Denkendorf.  Als Kooperationsprojekt haben dazu Pfarrei, Gemeinde und die Kita Marienheim eingeladen. „Wie kann Opa im Himmel sein, wenn er doch im Sarg liegt?, „Das Christkind kann runter kommen. Warum der Opa nicht?“, Wenn es im Himmel so schön ist, warum weint ihr dann?“ Mit diesen Kinderfragen stieg der erfahrene Klinikseelsorger in die Thematik ein. Erwachsene können oft nicht mit Kindern sprechen, weil sie einen eigenen Verlust nicht aufgearbeitet haben, so Anton Schatz. Der Glaube an Gott bewahrt nicht vor Schicksalsschlägen, und auch Jesus hat im Neuen Testamten keine Antwort auf diese Frage, wenn er ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Gott beantwortet nicht die Frage des Sterben-Müssens. Aber dass dieser Gott alle Wege des menschlichen Lebens mitgeht, so wie es Jesus von Nazareth vorgemacht hat, das kann Trost, Halt und Kraft geben.

Als besonders wichtig galt es Pfarrer Schatz aufzuzeigen, dass Ehrlichkeit gegenüber den Kindern das A und O ist, dass nichts vorgegaukelt werden soll. Kinder haben ein Recht, die Realität des Todes zu erfahren. Es ist ein psychologisch wichtiger Schritt, sich verabschieden und trauern zu können. Der Tod des Haustiers ist oft bei Kindern der erste Kontakt mit dem endgültigen Abschiednehmen und schmerzt oft besonders, weil das Kind so eine enge, tägliche Verbindung mit dem Tier hatte. Die Vorstellung des Himmels darf ein Kind selbst entwickeln, darf weiter wachsen und sich auch verändern, so der Experte, deswegen kann der Hamster durchaus bei Opa im Himmel sein. Eine große Hilfe, ein Ort des Verstehens, ein Ort der Verarbeitung für Kinder und Erwachsene können die Natur und die Symbolik der Natur sein.

Ein reichhaltiger Büchertisch, eine Trauerkiste und ein ausführliches Skript ergänzten und veranschaulichten den Abend.

Bürgermeisterin Claudia Forster bedankte sich bei Pfr. Schatz mit einer Spende an das Kinderhospiz St. Nikolaus im Allgäu. Die stellvertretende Leiterin, Irene Block, bedankte sich für die zahlreichen Gäste des Abends, für den gewinnbringenden Vortrag und überreichte dem Referenten noch einen Brotzeitkorb. Beim Hinausgehen hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer noch die Möglichkeit, sich bei der Spende an das Kinderhospiz zu beteiligen. Auf diesem Weg kam ein stolzes Ergebnis von 280 Euro zustande, über das sich die Einrichtung in Bad Grönenbach für die Arbeit mit Familien mit einem unheilbar und lebensverkürzend erkranktem Kind freuen kann.

19.01.2022