Historischer Grenzstein von 1792 wieder gesetzt

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Historischer Grenzstein von 1792 wieder gesetzt

Historischer Grenzstein von 1792 am 24.06.2020 wieder an seinenem ursprünglichen Aufstellort zwischen Zandt und Bitz platziert.

Konrad Schießl, Zandt

Nach seiner Restaurierung wurde der im Frühjahr 2020 stark zerstörte Grenzstein Nr. 75 aus dem Jahre 1792 wieder gesetzt. Unter Federführung von Herbert Kirschner vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt, mit Unterstützung von Restaurator Andre Jeschar, Mitarbeitzern des gemeindlichen Bauhofs Denkendorf und Konrad Schießl, Zandt, Mitglied des Freundeskreises Leuchtenberg, ist der historische Grenzstein am 24.6.2020 wieder an seinem ursprünglichen Aufstellort zwischen Zandt und Bitz platziert worden.

Der damalige Grenzbereich um Zandt – Punn (Schönbrunn) – Denkendorf – Dörndorf – Bitz erhielt mit dem Erwerb von Zandt und Prunn am 16.8.1817 durch Eugene de Beauhernais (ihm wurden 1817 die Titel „Herzog von Leuchtenberg und Fürst zu Eichstätt“ übertragen) eine neue Ausrichtung.

Die bereits vorhandenen Grenzsteine westlich um Zandt und Schönbrunn sind nach Denkendorf zu im Zuge der „leuchtenbergischen“ Grenzmarkierungen aktualisiert und z. T. mit einer FE– Kennung (d. h. Fürstentum Eichstätt) versehen worden. Der alleinige Grund für die fehlende FE-Kennung der Grenzsteine nördlich von Zandt ist die Gegebenheit, dass die Hofmarken Zandt und Schönbrunn bis 1833  im Privatvermögen der Herzöge von Leuchtenberg standen und erst ab 1834 Bestandteile des Fürstentums Eichstätt wurden. So bildeten fünf Grenzsteine nördlich von Zandt, die zwischen 1615 und 1792 aufgestellt wurden, von 1834 an dennoch die Grenze zwischen dem Fürstentum Eichstätt und dem Bezirksamt Beilngries, zu dem Dörndorf und Bitz gehörig waren. In die Grenzsteine in östlicher Richtung nach Zandt und Schönbrunn – der bayerischen Seite – war jeweils das bayerische Rautenwappen oder ein Reichsapfel eingemeisselt. In westlicher und nördlicher Richtung, dem Bistums- bzw. Hochstiftsbereich nach Denkendorf – Dörndorf – Bitz waren die Grenzsteine mit einem bischöflichen Attribut, meistens einem Bischofsstab, gekennzeichnet.

Quellen:

Dr. Röttel „Das Hochstift Eichstätt“

Chronik Zandt 2018

30.06.2020